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Neue Konzepte im neuen Seniorenheim


14. Juli 2012

PZ-Artikel von Bruno Knöller.

NEUENBÜRG. "Bewährtes erhalten und Neues angehen." - Dieses Ziel hat sich Gerhard Bossert, Verwaltungsratsvorsitzender des Evangelischen Diakonissenvereins Siloah, gesetzt. Mit der gestern erfolgten Einweihung des Seniorenzentrums Sonnhalde in unmittelbarer Nachbarschaft der Enzkreisklinik in Neuenbürg wird ein neues Konzept umgesetzt unter dem Kürzel WWW. In diesem Fall hat aber diese Buchstabenfolge nichts mit dem Internet zu tun, sondern bedeutet Wasser, Wärme, Wellness, wie Heimleiter Ludger Schmitt erläuterte. Vor allem mit dem Wellnessbereich gebe es bisher wenig Erfahrungswerte: "Da müssen wir noch viel lernen."

Bossert, dessen Diakonissenverein auch das Siloah St. Trudpert Klinikum, das Heim am Hachel und das Haus Maihälden, alle in Pforzheim, sowie das Seniorenzentrum Keltern betreibt, verwies auf zahlreiche Preise, Auszeichnungen und Zertifikate der Sonnhalde. Jetzt stünden 75 Heimplätze in drei Wohnbereichen zu je 25 Bewohner überwiegend in Einzelzimmern zur Verfügung. Rund 90 Beschäftigte, darunter viele Teilzeitkräfte, betreuen die Betagten.
Nach dem Umzug des Hauses von der tiefer gelegenen Wildbader Straße hoch an die Marxzeller Straße stellte der evangelische Neuenbürger Pfarrer Helmut Manz die Frage: "Sind wir hier oben dem Himmel näher?" Er beantwortete sie gleich selbst: "Auch im Tal waren wir dem Himmel nahe." Sein katholischer Amtsbruder Pfarrer Hansjörg Nothelfer aus Birkenfeld erteilte in der ökumenischen Andacht den Segen.
Eine Million Euro habe der Kreis und zwei Millionen Euro das Land zu den Gesamtkosten von rund zehn Millionen Euro beigesteuert, informierte Enzkreis-Sozialdezernent Roland Hübner. Mit den Projekten in Neuenbürg und Steinegg ende die öffentliche Bezuschussung von Seniorenheimen. "Die Qualität der Pflege spürt man an allen Ecken und Enden", lobte er. Neuenbürgs Bürgermeister Horst Martin freute sich, dass nun noch intensivere Pflegemaßnahmen möglich sind. Der Pforzheimer Architekt Hans Simmank versprach, dass im Herbst Bäume gepflanzt werden.
Für die musikalische Untermalung sorgten instrumental Frank Goebel von der Jugendmusikschule Neuenbürg und Senior Armin Burkhardt aus Conweiler.

Tiergehege dank einer Erbschaft

"Hühner, Enten, Kaninchen und später vielleicht Fasane werden an der Nordseite des neuen Seniorenzentrum Sonnhalde einziehen", versprach Heimleiter Ludger Schmitt. Damit wird das Tierkonzept, das schon am alten Platz an der Wildbader Straße umgesetzt wurde, weiterverfolgt. Lediglich die Schafe und Bienenvölker verbleiben vorerst noch am bisherigen Standort. Das neue Tiergehege wird möglich, weil eine Mitarbeiterin ausgerechnet während des Heimumzugs einen Herzinfarkt erlitten hatte. Sie hatte für die Tierpflege dem Diakonissenverein eine größere Erbschaft vermacht. Die Bewohner dürfen sich aktuell auf Kaninchenzuwachs freuen: "Ein neuer Wurf steht bevor." Der Heimleiter und einige Mitarbeiter haben sogar Imker- und Honigkurse absolviert.






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