Leitbild für die Krankenhäuser Siloah und St. Trudpert in Pforzheim
Wozu ein Leitbild
Das Leitbild bringt zum Ausdruck, wie wir als Mitarbeitende des Krankenhauses Siloah und des Krankenhauses St. Trudpert uns selbst verstehen und an welchen Werten wir uns orientieren. Es hilft, die Satzung des Evangelischen Diakonissenvereins Siloah als dem Träger des Krankenhauses Siloah bzw. die Satzung des Klosters St. Trudpert e. V. und das Leitbild der Schwestern vom hl. Josef zu St. Trudpert zu verwirklichen. Aus dem Leitbild sollen für den Arbeitsalltag Ziele abgeleitet, Prioritäten gesetzt und einvernehmliche Entscheidungen getroffen werden. Alle Mitarbeitenden in unseren Krankenhäusern sind berechtigt, sich auf dieses Leitbild zu berufen. So stellt es den Maßstab für unsere Arbeit und für den Umgang miteinander dar.
Woher kommen wir?
Das Krankenhaus Siloah
Die Gründung des Evangelischen Diakonissenvereins Siloah
Der Evangelische Diakonissenverein Siloah wurde im Jahre 1872 gegründet. Die Motivation der Gründungsmitglieder waren die Liebe Jesu Christi und der Wunsch, diese Liebe an kranke, alte und behinderte Menschen weiterzugeben. Damit verfolgten die Gründer des Vereins das Ziel, humanitäre Hilfe auf der Grundlage eines christlichen Menschenbildes zu leisten.
Nach der Satzung des Evangelischen Diakonissenvereins Siloah „sollen möglichst Schwestern einer Diakonieschwesternschaft zur Pflege berufen werden.“ Seit 1966 besteht ein Gestellungsvertrag mit der Evangelischen Diakonieschwesternschaft Herrenberg.
Der Name des Trägervereins und des Krankenhauses
Für den Trägerverein und das Krankenhaus Siloah wurde ein Name aus der Bibel gewählt. Im Johannesevangelium wird von einer Krankenheilung berichtet. Jesus legte einem Blinden Lehm auf die Augen und sagte zu ihm: „Geh zum Teich Siloah und wasche dich.“ Der Kranke vertraute Jesus, tat was dieser sagte, und kam sehend zurück.
Und Jesus ging vorüber und sah einen Menschen, der blind geboren war. Und seine Jünger fragten ihn und sprachen:
Meister, wer hat gesündigt, dieser oder seine Eltern, dass er blind geboren ist? Und Jesus antwortete: Es hat weder dieser gesündigt noch seine Eltern, sondern es sollen die Werke Gottes offenbar werden an ihm.
Wir müssen die Werke dessen wirken, der mich gesandt hat, solange es Tag ist; es kommt die Nacht, da niemand wirken kann.
Solange ich in der Welt bin, bin ich das Licht der Welt. Als er das gesagt hatte, spuckte er auf die Erde, machte daraus einen Brei und strich den Brei auf die Augen des Blinden. Und er sprach zu ihm: Geh zum Teich Siloah – das heißt übersetzt: gesandt – und wasche dich! Da ging er hin und wusch sich und kam sehend wieder.
(Johannesevangelium, Kapitel 9)
Die Diakonie
Die Botschaft der Bibel ist Auftrag und Ermutigung für die diakonische Arbeit, die sich dem Menschen in seiner Ganzheit zuwendet. Die Hoffnung, dass Gott Heil und Heilung schenkt, kommt in dem Gebet des Propheten Jeremia zum Ausdruck:
„Heile du mich, Herr, so werde ich heil; hilf du mir, so ist mir geholfen.“
Woher kommen wir?
Das Krankenhaus St. Trudpert
Die Gründung des Ordens
Die Ordensgemeinschaft wurde im Jahre 1845 durch den Priester Abbè Blank in St. Markus (Elsaß) gegründet. Die Schwesterngemeinschaft wählte als ihren Schutzherrn den hl. Josef. Die Motivation des Gründers war, den Menschen zu bezeugen, dass Gott die Liebe ist und dass wir diese Liebe durch unsere caritative Tätigkeit an kranke, alte und behinderte Menschen weitergeben, entsprechend dem Satz des Apostels Paulus: „Die Liebe Christi drängt uns.“
Der Name des Krankenhauses St. Trudpert
Den Menschen, die sich uns anvertrauen, begegnen wir in Herzlichkeit und Güte. Wesentliche Elemente sind dabei Zuwendung und das Gespräch sowie die Einbeziehung ihres persönlichen Umfelds. In einer Zeit, in der die wirtschaftlichen Fragen im Vordergrund stehen, wollen wir den Menschen in seiner Einheit von Leib, Seele und Geist im Blick behalten. Die Begleitung von Sterbenden und ihrer Angehörigen sowie das Abschiednehmen von Verstorbenen sind uns wichtige Anliegen. Das Evangelium von Jesus Christus ist die Grundlage unseres Dienstes.
Wie gehen wir miteinander um?
Als Mitarbeitende bemühen wir uns um eine klare, aufrichtige, zweckdienliche und taktvolle Kommunikation untereinander und um gegenseitige Akzeptanz. Meinungsunterschiede verstehen wir als Chance zum Lernen und nicht als Bedrohung. Alle haben Anspruch darauf, dass Anregung und Bedenken, Anerkennung und Kritik, Ermutigung und Beschwerde deutlich und hilfreich direkt an sie gerichtet werden. Zugleich legen wir Wert auf Teamarbeit sowie auf effektive, kooperative und partnerschaftliche Zusammenarbeit aller Berufsgruppen auf allen Ebenen. Wir achten und respektieren die christlichen Bedürfnisse der Mitarbeitenden.
Als Mitarbeitende in Leitungsfunktionen sind wir in besonderer Weise verantwortlich für die Organisation der alltäglichen Arbeit sowie für die zukunftsorientierte Weiterentwicklung unserer Krankenhäuser. Wir legen Wert auf eine einvernehmliche Regelung von Aufgabenteilung und Arbeitsweise aller Beteiligten. Dabei tragen wir Sorge dafür, dass die Mitarbeitenden im Rahmen ihrer Möglichkeiten eingesetzt werden. Leiten heißt für uns: überzeugen und sich überzeugen lassen, fördern und fordern, anregen und zuhören, Störungen wahrnehmen und zu ihrer Behebung beitragen sowie neue Entwicklungen erkennen und nutzbar machen.
Im Gelingen und Scheitern sind wir bei alledem Lernende und auf gegenseitige Vergebungsbereitschaft angewiesen.
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