Siloah St. Trudpert Klinikum, Klinik für Allgemein-, Viszeral, Thorax- und minimal-invasive Chirurgie
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Klinik für Allgemein-, Viszeral, Thorax- und minimal-invasive Chirurgie

Pankreaskarzinom (Bauchspeicheldrüsenkrebs)

Definition:
Es gibt viele unterschiedliche Bauchspeicheldrüsentumore. Die häufigste Tumorart der Bauchspeicheldrüse stellt das duktale Adenokarzinom dar. Die Tumorzellen entstammen bei diesem Krebs den Pankreasausführungsgängen. Das Pankreaskarzinom macht nur zirka 2% der bösartigen Tumore insgesamt aus, ist jedoch die viert häufigste Todesursache durch bösartige Tumore. Die unterschiedlichen Krebsformen der Bauchspeicheldrüse weisen sehr unterschiedliches Verhalten auf, so dass die jeweilige Krebsform einen großen Einfluss auf die Therapie hat. Daraus ergibt sich die individuelle Therapiestrategie mit den jeweiligen Operationsverfahren.  In letzten Jahren gewinnt die chirurgische Behandlung der Vorstufen des Bauchspeichelrüsenkrebs (z.B. Intraduktal papillär muzinöse Neoplasie (IPMN)) an Bedeutung. Durch die frühzeitige Operation lässt sich die Entwicklung eines Bauchspeichelrüsekrebs vermeiden.

Solche Tumorvorstufen verlaufen oft ohne Symptome und werden als Zufallsfund festgestellt.

Symptome

  • treten zumeist in den fortgeschrittenen Tumorstadien auf
  • Gelb-Verfärbung der Augen und der Haut (Gelbsucht)
  • Juckreiz
  • rezidivierende Beschwerden im Oberbauch
  • Gewichtsabnahme und Appetitlosigkeit
  • erhöhter Blutzuckerspiegel (Diabetes mellitus)
  • Auftreten von Fettstuhlgang 
  • Auftreten von Thrombosen

Untersuchungen

  • Körperliche Untersuchung und Symptomenerhebung
  • Ultraschalluntersuchung
  • Computertomographie (CT)
  • Kernspin-Tomografie (MRT)
  • ERCP: Darstellung des Ausführungsgangs der Bauchspeicheldrüse (und der Gallengang) mit Kontrastmittel
  • Endosonographie: Ultraschall von Magen oder Zwölffingerdarm aus, hier können ggf. Gewebeproben gewonnen werden.

Therapie

Die einzige Möglichkeit, den Bauchspeicheldrüsenkrebs zu heilen, besteht in der operativen Entfernung der erkrankten Bereiche. Besonderes gute Ergebnisse der Behandlung können bei den Tumoren in früheren Stadien ohne Fernabsiedlungen (Metastasen) erreicht werden. Abhängig vom Entstehungsort des Tumors (Kopf, Körper oder Schwanz der Bauchspeicheldrüse) entfernen wir unterschiedliche Anteile der Bauchspeicheldrüse. Auch eine Entfernung benachbarter Strukturen (Zwölffingerdarm, Gallenblase, Milz) ist meist notwendig. Selten ist es notwendig, die gesamte Bauchspeicheldrüse zu entfernen. In manchen Fällen kann die Operation in minimal-invasiver Technik (Schlüssellochverfahren) durchgeführt werden.

Bei den fortgeschrittenen Tumoren muss die Operation mit Strahlen- oder Chemotherapie kombiniert werden. Inzwischen zeigen die Studien, dass die Prognose nach einer Operation durch eine zusätzliche Chemotherapie verbessert werden kann. Daher besteht für alle Patienten nach einer Tumoroperation an der Bauchspeicheldrüse prinzipiell die Indikation zu einer (adjuvanten) Chemotherapie. Sollte dafür eine Implantation eines Portsystems notwendig sein, kann diese in der Regel im Rahmen der potstationären Behandlung ambulant erfolgen.

In einzelnen Fällen sind auch Operationen sinnvoll, die zwar nicht den Tumor beseitigen, aber den Galleabfluss bzw. die Magen-Darm-Passage gewährleisten (palliative Chirurgie).

Prognose

Die Heilungsaussichten hängen ganz wesentlich von einer frühen Diagnose ab, da nur dann eine Operation Aussicht auf eine vollständige Entfernung des Tumors hat. Die Nachsorge orientiert sich an auftretenden Beschwerden und wird vom weiter behandelten Onkologen bzw. Hausarzt durchgeführt.