Siloah St. Trudpert Klinikum, Klinik für Allgemein-, Viszeral, Thorax- und minimal-invasive Chirurgie
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Klinik für Allgemein-, Viszeral, Thorax- und minimal-invasive Chirurgie

Schilddrüsenerkrankungen

Schilddrüsenüberfunktion

Bildet die Schilddrüse zu viel Hormone, entsteht eine Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose).

Symptome:

  • schneller Puls
  • erhöhter Blutdruck
  • vermehrtes Schwitzen
  • Durchfall
  • Gewichtsabnahme
  • erhöhter Energieverbrauch
  • erhöhte Körpertemperatur

Die Überfunktion wird durch Bestimmung der Hormone nachgewiesen. Der Morbus Basedow ist eine Sonderform der Hyperthyreose, die durch Antikörper verursacht wird. In Blutproben können wir diese Antikörper nachweisen.

Schilddrüsenunterfunktion

Bei einer Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) liegt ein Mangel an Hormonen vor.
Mögliche Symptome im Erwachsenenalter sind:

  • Leistungsminderung
  • Schäche
  • Müdigkeit
  • Gewichtszunahme
  • gelegentlich leichtes Frieren
  • selten Depression

Die Therapie erfolgt durch Gabe von Schilddrüsenhormonen. Eine Operation ist hier nicht notwendig.

Struma

Ist die Schilddrüse größer als 20 ml bei der Frau bzw. 25 ml beim Mann, spricht man von einer Struma, umgangssprachlich auch als Kropf bezeichnet. Ursache ist meist ein Mangel an Jod (genau Jodid), der zu einem übermäßigen Wachstum der Schilddrüse führt, um diesen Mangel auszugleichen. Die Schilddrüse kann dabei in seltenen Fällen sehr groß werden, so dass die Umfangsvermehrung des Halses deutlich sichtbar wird. Bei sehr großen Strumen besteht die Gefahr, dass andere Organe bzw. Strukturen wie Luftröhre und Blutgefäße eingeengt werden.

Knoten

Das Gewebe der Schilddrüse ist normalerweise gleichmäßig aufgebaut. Bilden sich Bezirke mit verdichtetem Gewebe, spricht man von Knoten. Diese Knoten können vermehrt (warmer bzw. heißer Knoten) oder vermindert (kalter Knoten) an der Produktion der Schilddrüsenhormone teilnehmen. Dies wird mittels einer Schilddrüsen-Szintigraphie festgestellt. Sehr häufig finden sich diese Knoten bei einer  vergrößerten Schilddrüse (Kropf), die dann als Knotenstruma bezeichnet wird.

Tumore in der Schilddrüse

In seltenen Fällen treten bösartige Tumore in der Schilddrüse auf.

Es gibt vier unterschiedliche Typen:

  • papilläres Karzinom
  • follikuläres Karzinom
  • anaplastisches Karzinom
  • medulläres Karzinom

Sonographie und Szintigraphie können den Verdacht auf einen Tumor lenken. Letztlich ist die feingewebliche Untersuchung entscheidend.

Untersuchungen

  • Abtasten des Halses: Hiermit wird die Größe und Beweglichkeit beim Schlucken eingeschätzt.
  • Ultraschalluntersuchung: Damit wird die Größe der Schilddrüse bestimmt und mögliche Knoten oder Zysten werden erkannt.
  • Blutuntersuchung: Zur Abklärung des Hormonstatus werden die Schilddrüsenhormone im Blut, ggf. Antikörper bei Verdacht eines Morbus Basedow oder Hashimoto-Thyreoditis bestimmt.
  • Schilddrüsen-Szintigraphie: Diese Untersuchung erfolgt mit radioaktiven Substanzen. Dabei  wird festgestellt, welche Areale (Knoten) der Schilddrüse zu viel Hormone (warme bzw. heiße Knoten) oder zu wenig Hormone (kalte Knoten) produzieren. Problematisch sind vor allem die kalten Knoten, da in wenigen Fällen bösartige Tumore Ursache dieser Veränderung sind. Der weitaus größte Teil der kalten Knoten wird aber durch harmlose Zysten verursacht.

Operative Therapie

Eine Operationsindikation besteht bei folgenden Befunden:

 1. deutlich vergrößerte Schilddrüse (Struma, Kropf), die zu einer Beeinträchtigung der Nachbarorgane führt

 2. eine Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose), die nicht mit Medikamenten beherrscht werden kann (z.B. bei Morbus Basedow)

 3. bei jedem Verdacht auf einen bösartigen Tumor

Da der Stimmbandnerv und die Nebenschilddrüsen in unmittelbarer Nähe zur Schilddrüse liegen, wird bei Eingriffen an der Schilddrüse auf diese beiden Strukturen besonders geachtet. Wird der Stimmbandnerv auf einer Seite verletzt, kommt es zu Heiserkeit, bei einer beidseitigen Verletzung kann es zu Luftnot durch Engstellung der Stimmbänder kommen. Auch wenn diese Komplikationen selten sind und sich in den meisten Fällen zurückbilden, kann es dazu kommen, dass man  einen Luftröhrenschnitt (Tracheostoma) durchführen muss. Durch den Einsatz eines Nervenstimulators (Neuromonitoring) wird das Verletzungsrisiko verringert. Während der Operation wird der Nerv aufgesucht und mit dem Nervenstimulator seine Funktion wiederholt überprüft.

Die Nebenschilddrüsen spielen eine wichtige Rolle bei der Regulation des Kalziumhaushalts. Kommt es nach einer Operation zu einem Absinken des Hormons der Nebenschilddrüse, entsteht Calciummangel, wodurch Muskelkrämpfe auftreten können. Die Therapie besteht meistens in einer Calciumgabe. In seltenen Fällen muss die Substitution über längere Zeit, gelegentlich auch in Kombination mit Vitamin D, erfolgen.

Verlauf

Nach der Operation einer gutartigen Schilddrüsenerkrankung endet die stationäre Behandlung meist zwischen dem dritten und fünften Tag nach der Operation. Die Gabe von Schilddrüsenhormonen ist dann regelmäßig erforderlich. Mit dieser Therapie warten wir aber solange, bis das feingewebliche Untersuchungsergebnis vorliegt. Nach etwa sechs werden dann erneut die Schilddrüsenhormone bestimmt, um ggf. die Dosis der Schilddrüsenhormone anzupassen. Dies erfolgt in den meisten Fällen ambulant beim Hausarzt.

Wird in der Histologie ein bösartiger Tumor festgestellt, kann eine erneute Operation nötig sein, um Restgewebe der Schilddrüse und Lymphknoten zu entfernen. Dies ist aber von der Art und Größe des bösartigen Tumors abhängig. Evtl. schließen sich noch weitere Untersuchungen und ggf. eine Strahlentherapie an.