Bild Siloah St. Trudpert Klinikum Pforzheim, Klinik für Innere Medizin 3, Ausschnitt Oberkörper mit Fokus auf Lunge
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Klinik für Innere Medizin 3 (Pneumologie, Beatmungs- und Schlafmedizin)

Das Schlaflabor

Bild Siloah St. Trudpert Klinikum Pforzheim, Klinik für Innere Medizin 3, drei Ärzte stehen um Patientenbett versammelt und beraten den Patienten

Sie verspüren innere Unruhe, haben Probleme beim Einschlafen am Abend oder sind dafür in der Nacht ständig wach und können nicht durchschlafen? Damit sind Sie nicht allein, Millionen Menschen leiden in Deutschland an Schlafstörungen. Schlafprobleme haben viele Gesichter und zahlreiche Ursachen. In unserem Schlaflabor gehen wir Ihren Beschwerden auf den Grund.

Der Arzt verordnet die Schlaflaboruntersuchung, wenn die Befragung des Patienten oder ambulante Verfahren nicht ausreichend sind, um die Ursachen der Schlafprobleme zu ergründen. In unserem Schlaflabor arbeiten Ärzte verschiedener Fachrichtungen interdisziplinär zusammen, beispielsweise Ärzte der Inneren Medizin, Neurologie, Lungenheilkunde und Psychologie. Sie behandeln Menschen, deren Schlafstörungen sich auf Psyche und Leistungsfähigkeit stark auswirken.
 

Was ist ein Schlaflabor?

Ein Schlaflabor ist eine medizinische Einrichtung, in der Ursachen für Schlafstörungen während der Schlafphasen untersucht  werden.
 

Wann und für wen kommt eine Untersuchung im Schlaflabor in Frage?

Die Untersuchung eignet sich für Patienten, die:

  • an chronischen Schlafstörungen leiden, bei denen trotz konventioneller Therapie von über 6 Monaten keine Verbesserung zu erkennen ist.
  • einen begründeten Verdacht auf eine organisch bedingte Ursache wie Epilepsie oder Schlafapnoe vorweisen.
  • schwerwiegende Schlafstörungen aufweisen, welche das persönliche Leben tagsüber erheblich beeinflussen, sodass Wohlbefinden und Leistungsfähigkeit stark beeinträchtigt sind.
  • Schlafwandeln.
  • mit den Zähnen knirschen.
  • häufig im Schlaf sprechen.
  • schweißgebadet aufwachen.
  • auffällige Bewegungen im Schlaf machen.
  • Erschöpfungszustände aufzeigen.
     

Wie muss man sich auf die Untersuchung vorbereiten?

  • Patienten, die nicht richtig einschlafen oder durchschlafen, können über einen bestimmten Zeitraum ein Protokoll führen und es vor der Untersuchung Ihrem Arzt vorzeigen. Hier werden auch alle Aktivitäten, Mahlzeiten und besonderen Ereignisse während des Tages notiert, denn diese Faktoren wirken sich ebenfalls auf den Schlaf aus.
  • Für die Schlaflaboruntersuchung bringen Sie bitte Gepäck für zwei oder drei Nächte mit – ganz wie bei einer Übernachtung im Hotel oder bei Freunden.
  • Trinken Sie am Tag der Ankunft möglichst ab 14 Uhr kein Kaffee, schwarzen Tee oder Alkohol.
  •  Schlafen Sie tagsüber nicht.   
     

Was passiert bei einer Schlaflaboruntersuchung?

Bild Siloah St. Trudpert Klinikum Pforzheim, Klinik für Innere Medizin 3, zwei Ärzte vor Überwachungsmonitor im Schlaflabor

1. Den Beginn der Untersuchung stellt ein ausführliches Gespräch dar. Der Arzt erkundigt sich hierbei nach:

  • Konkreten Schlafproblemen
  • Bestehenden Erkrankungen
  • Körperlichen Aktivitäten
  • Bestimmten Gewohnheiten
  • Kaffee- und Alkoholkonsum

Zudem erweist es sich als äußerst hilfreich den Partner oder die Partnerin zum Gespräch mit zu nehmen. Sie geben dem Arzt ggf. eine Einschätzung über Ihr Schnarchen und Atemaussetzer.

2. Danach begleitet Sie ein Pfleger oder einer Pflegerin in ein speziell ausgestattetes Patientenzimmer.

3. Anschließend schließt ein Arzt Sie an verschiedene Messgeräte an. Somit zeichnen wir Ihre Körperfunktionen auf. Das Tragen der Elektroden und Kabel ist vollkommen schmerzfrei. Unter solchen Bedingungen zu schlafen ist zwar ungewohnt, gelingt aber oftmals besser als erwartet.

4. Während Sie schlafen messen und untersuchen wir:

  • Mit mehreren Elektroden am Kopf, die mit einem Elektroenzephalografen (EEG-Gerät) verbunden sind, zeichnen wir Ihre Hirnaktivität auf.
  • Des Weiteren können wir anhand Ihrer Augenbewegungen erkennen, in welcher Schlafphase Sie sich gerade befinden.
  • Eine weitere Elektrode misst die Bewegungen Ihres Kinns.
  • Mit einem kleinen Mikrofon, das in der Näher von Ihrem Hals liegt, nehmen wir Ihre Schnarchgeräusche auf.
  • Ihre Herzaktivität können wir mit einem  EKG überwachen.
  • Damit wir auch die Sauerstoffsättigung Ihres Bluts messen können, bringen wir Sensoren an einer Fingerkuppe oder an einem Ohrläppchen an.
  • Mit einem Sensor, den wir behutsam zwischen Nase und Mund legen, messen wir Ihren Atemfluss.
  • Zudem stellen wir Ihnen einen Bauch- und Brust-Gurt zur Verfügung, der mittels Dehnungssensoren die Bewegungen Ihrer Atmung erfasst.
  • Ihre Körperlage stellen wir ebenfalls über einen Sensor fest.
  • Elektroden an den Unterschenkeln registrieren Ihre Beinbewegungen.
  • Zusätzliche Videoaufzeichnungen sind möglich..

5. In speziellen Fällen sind auch tagsüber Tests im Schlaflabor oder Befragungen notwendig.
 

Kann man mit der Verkabelung überhaupt schlafen?

Meist gewöhnen sich die Patienten rasch an die ganze Verkabelung an Ihrem Körper. Die Kabel beeinträchtigen Ihre Bewegungsfreiheit so wenig wie möglich. Sie können sich – wie zu Hause – im Schlaf drehen und wenden wie Sie möchten. Manchen Patienten fällt es im Schlaflabor sogar leichter einzuschlafen, da hier der Druck wegfällt gut schlafen zu müssen. Hinzukommend haben Sie ein Einzelzimmer und viel Ruhe. Die Überwachung und Aufzeichnungen Ihrer Schlaffunktionen finden in einem Nebenraum statt. Davon bekommen Sie nichts mit.
 

Was passiert nach der Untersuchung im Schlaflabor?

Am nächsten Morgen werden Sie, sofern Sie nicht stationär im Schlaflabor bleiben müssen, entlassen. Zuvor entfernen wir sämtliche Elektroden. Bei den nächtlichen Aufzeichnungen entsteht eine große Datenmenge, die zunächst ausgewertet werden muss. Um die Ergebnisse zu besprechen, vereinbaren wir einen weiteren Termin mit Ihnen. Ist die Ursache der Schlafstörungen identifiziert worden, wird entsprechend eine geeignete Therapie eingeleitet.