Siloah St. Trudpert Klinikum, Klinik für Allgemein-, Viszeral, Thorax- und minimal-invasive Chirurgie
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Klinik für Allgemein-, Viszeral, Thorax- und minimal-invasive Chirurgie

Magenkrebs

Magenkrebs entsteht bei einer unkontrollierten Teilung der Zellen im Magen. Je nachdem, von welchem Zelltyp genau der Tumor ausgeht, können zwei verschiedene Arten des Magenkarzinoms unterschieden werden:

Tumortypen

Während der Magenspieglung können wir Gewebeproben (Biopsie) des Magens entnehmen. Dadurch bestimmen wir den Tumortyp in einer anschließenden feingeweblichen Untersuchung. Neben den Tumoren, die von der Schleimhaut des Magens ausgehen (Magenkarzinom), beobachten wir Lymphome (ausgehend vom Lymphgewebe) und Sarkome (ausgehend von Muskelzellen). Diese Tumoren sind allerdings sehr viel seltener als das „eigentliche“ Magenkarzinom.

Die Magenkarzinome können in zwei Gruppen unterteilt werden:

  • Der intestinale Typ
    • Wächst eher pilzförmig (polypös)
  • Der diffuse Typ
    • Wächst mehr in die Magenwand hinein

Die präoperative Einteilung ist wichtig, da das chirurgische Vorgehen vom Typ des Magenkarzinoms abhängt. Generell können wir feststellen, dass derintestinale Typ weniger aggressiv wächst als der diffuse Typ und somit eine bessere Prognose besitzt.

Untersuchungen

Die wichtigste Untersuchung ist die Magenspiegelung („Gastroskopie“), bei der wir mit einem flexiblen Endoskop den Magen von innen betrachten. Bei dieser Untersuchung können wir Proben aus der Magenwand gewinnen und zur feingeweblichen (histologischen) Untersuchung einschicken.

Damit wir die Ausbreitung eines Magenkarzinoms genauer beurteilen können, sind weitere Untersuchungen erforderlich:

  • Röntgen des Brustkorbs (Thorax)
  • Ultraschall des Bauchraums
  • Computertomographie von Brust- (Thorax) und Bauchraum (Abdomen)
  • Ultraschall im Magen (Endosonographie) über eine Spiegelung

Therapie

Heilung besteht nur bei einer vollständigen operativen Entfernung des Karzinoms. Wir entfernen den tumortragenden Magenabschnitt mit einem entsprechenden Sicherheitsabstand (5 cm bei intestinalen Typ, 8 cm beim diffusen Typ). Daneben beseitigen wir die Lymphknotenstationen sowie das große und kleine Netz. Somit ist in einigen Fällen - abhängig vom Sitz des Tumors und dem feingeweblichen Typ - eine Teilentfernung oder vollständige Entfernung des Magens (Gastrektomie) notwendig.

Verlauf

Da die Reservoirfunktion des Magens nach einer Operation fehlt bzw. eingeschränkt ist, müssen Patienten nach der Operation ihre Ernährungsgewohnheiten umstellen. Die Mahlzeiten sollten dann auf bis zu zehn kleine Portionen verteilt werden. Zudem spritzen wir Patienten nach Entfernung des unteren Magenabschnitts (Antrum) Vitamin B12, da die Aufnahme im Darm gestört ist. Evtl. ist auch eine Eisengabe erforderlich.

Eine strukturierte Nachsorge nach der Operation ist nicht erforderlich. Die Nachsorge orientiert sich an auftretenden Symptomen, die wir medizinisch entsprechend abklären.
Die Prognose nach der Operation eines Magenkarzinoms ist abhängig vom Tumortyp und der Tumorausbreitung zum Zeitpunkt der Diagnosestellung. Entscheidend ist daher die frühe Diagnose, die nur über eine Magenspiegelung erfolgen kann. Erkennen wir den Tumor in einem sehr frühen Stadium (Magenfrühkarzinom), liegen die Überlebenschancen nach fünf Jahren noch bei über 90%.